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03.10.2026 · Signal Titans Editorial

Micron und Samsung warnen: KI-Nachfrage wird Speicherangebot bis 2028 verknappen

Micron und Samsung erwarten engere Speicherlieferungen durch priorisierte KI-HBM-Produktion, während Branchenkenner die Krise bezweifeln.

Ein eleganter Arbeitsspeicher-Riegel liegt in einer klaren Sanduhr aus Glas, durch deren Mitte leuchtend blaue Partikel vor einem dunklen Hintergrund fließen.

Laut Aussagen von Micron-CEO Sanjay Mehrotra während der Bekanntgabe der Ergebnisse des vierten Quartals könnten sich die Lieferbedingungen für Speichertechnologien in den nächsten Jahren noch stärker anspannen als im Jahr 2026. Mehrotra verwies auf die steigende Nachfrage nach KI-Modellen, autonomen Agenten und größeren Kontextfenstern als Haupttreiber, die die Nachfrage bis in die Kalenderjahre 2027 und 2028 über die verfügbaren Fertigungskapazitäten hinaustreiben.

Fabrikkapazitäten verlagern sich weg von Standard-DRAM

Der Druck auf den Speichermarkt resultiert zu einem großen Teil aus der Verlagerung von Fertigungsprioritäten hin zu High Bandwidth Memory (HBM), der bevorzugten Speicherarchitektur für KI-Beschleuniger. Samsung warnte kürzlich, dass die steigenden HBM-Bestellungen im kommenden Jahr voraussichtlich weitere 10 % der Gesamtkapazität in Anspruch nehmen werden. Da die Gesamtkapazität von Fertigungsanlagen begrenzt ist und der Bau neuer Reinräume erhebliche Vorlaufzeiten erfordert, verringert der Ausbau der HBM-Produktion direkt die für Standard-DRAM verfügbare Kapazität. Mehrotra merkte an, dass selbst nach der Fertigstellung von Reinräumen das Erreichen des vollen Produktionsvolumens bei der Wafer-Herstellung nur schrittweise erfolgt.

Preise für Endverbraucher-Hardware bleiben unter Druck

Das anhaltende Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage könnte den Druck auf die Komponenten- und Hardwarepreise im Einzelhandel über die kommenden Jahre aufrechterhalten. Zu den wichtigsten Hardware-Roadmaps bis 2028 gehören bevorstehende Konsolengenerationen, Grafikarchitekturen wie Nvidias Vera Rubin und AMDs RDNA 5 sowie neue Prozessorreihen von Intel und AMD. Höhere Basiskosten für DRAM und Speicherbausteine könnten sich direkt auf die Einzelhandelspreise und Launch-Spezifikationen dieser Produktkategorien auswirken.

Führungskräfte uneinig über Dauer des Engpasses

Nicht alle Führungskräfte der Branche teilen die Ansicht über das Ausmaß oder die Dauer des Speicherengpasses. Der CEO von Acer kritisierte Berichten zufolge langfristige Knappheitsprognosen und erklärte, dass ein Lieferdefizit bis 2030 unwahrscheinlich sei. Zudem deutete er an, dass Warnungen vor Versorgungsengpässen auch dazu dienen, Unternehmensmargen und Aktienkurse zu stützen. Investoren wie Michael Burry haben ebenfalls auf mögliche Ausgabenrückgänge im KI-Bereich und verkürzte Zeitpläne hingewiesen und argumentiert, dass sich die Nachfrageprognosen für KI-Infrastruktur schneller normalisieren könnten als von den Speicherherstellern erwartet.

KI-generierte redaktionelle Illustration; kein Dokumentarfoto.

Quelle: Micron CEO says it'll be tougher to get memory in the next couple of years than it is today, and keeps saying it over and over again