05.10.2026 · Signal Titans Editorial
Vom Heimtelefon zu NASA-Bildschirmen: Wie Matrox die frühen PC-Grafiken prägte
1976 gründeten Lorne Trottier und Branko Matić Matrox und brachten dedizierten Videospeicher sowie S-100-Grafikkarten in frühe Mikrocomputer.

Matrox wurde 1976 von Lorne Trottier und Branko Matić gegründet und leistete durch die Entwicklung dedizierter Anzeige-Hardware Pionierarbeit auf dem Gebiet der Personal-Computer-Grafik. Durch die Entwicklung zusätzlicher Videospeicherplatinen entlastete das Unternehmen frühe Mikroprozessoren von der Anzeigeverwaltung und ebnete den Weg für grafisches Computing.

Die Verbindung von Prozessoren und Video
Lorne Trottier entwickelte bereits in seiner Jugend eine Leidenschaft für Elektronik und Raumfahrt und schloss 1973 sein Ingenieurstudium an der McGill University mit einem Master ab. Er erkannte einen sich abzeichnenden Engpass bei der Hardware: Den frühen Mikrocomputern fehlte es an erschwinglichen direkten Schnittstellen zur Ansteuerung von Videobildschirmen. Gemeinsam mit Mitbegründer Branko Matić gründete Trottier 1976 in Quebec das Unternehmen Matrox, um dedizierte Hardware zu entwickeln, die Hauptprozessoren mit Videobildschirmen verbinden konnte.
Der erste Produktdurchbruch
Statt kompletter Computer konzentrierte sich Matrox auf die Bildspeicherarchitektur und brachte die Video-RAM-Karte MTX-1632 für 198 US-Dollar auf den Markt. Die Platine erzeugte eine ASCII-Zeichenausgabe von 32 mal 16 Zeichen und bot 512 Byte Videospeicher. Eine kostenlose Produktvorstellung in der Zeitschrift Electronics führte zu Erstbestellungen im Wert von 20.000 US-Dollar, was das Unternehmen sofort profitabel machte. Dieser Erfolg finanzierte nachfolgende Platinen wie die MTX-256**2, die eine Rasterdarstellung von 256 mal 256 Bildpunkten mithilfe eines dedizierten Bildspeichers bot.
Orientierung im S-100-Ökosystem
Nachdem Trottier auf frühen Computermessen technische Daten gesammelt hatte, erkannte er die rasche Verbreitung von S-100-Erweiterungssteckplätzen. Matrox entwickelte die Schnittstellenplatine ALT-256**2 speziell für den S-100-Bus. Da die Bildwiederholung über den eigenen Onboard-Speicher abgewickelt wurde, benötigte die Karte keine Rechenzeit des Hauptprozessors und erzeugte kostengünstig ein Video-Signal von 256 mal 256 Bildpunkten für Standard-Fernsehmonitore.
Skalierung und nachhaltiger Einfluss
Schon bald hielt Matrox-Hardware Einzug in High-End-Anwendungen, darunter 1978 die Bodensteuerungsanzeigen für NASAs Viking-Marsmission sowie Multi-Monitor-Systeme für Börsenparkette. Inspiriert von der Managementphilosophie von Hewlett-Packard führte Trottier fortschrittliche Arbeitsplatzrichtlinien ein.
Durch die Bereitstellung von eigenständigem Videospeicher und buskompatiblen Display-Adaptern trug Matrox dazu bei, Personal Computer von einfachen Textterminals in grafische Systeme zu verwandeln, und demonstrierte so das Potenzial modularer Grafik-Hardware.
Titelbild: KI-generierte Illustration; kein Dokumentarfoto.
Quelle: Abort Retry Fail Matrox