28.09.2026 · Signal Titans Editorial
PlayStation-Publisher: Sonys Pläne für physische Spiele könnten sich noch ändern
Ein PlayStation-Publisher berichtet, Sony prüfe Kundenfeedback zu physischen Spielen. Boxen mit Downloadcode könnten als Ersatz dienen.

Sonys angeblicher Plan, die Produktion physischer PlayStation-Spiele einzustellen, könnte noch nicht endgültig beschlossen sein. Darauf deutet eine Aussage von Kenzo Saruhashi hin, dem CEO eines langjährigen Publishers, für den Spiele auf Datenträgern wirtschaftlich wichtig sind. Wie TechPowerUp über ein Interview mit Kotaku berichtet, hält Saruhashi eine Änderung der laufenden Gespräche mit Sony für möglich. Das Unternehmen berücksichtige demnach Rückmeldungen seiner Kundschaft.
Publisher sind weiterhin auf Boxversionen angewiesen
Saruhashi bezeichnete physische Limited Editions als wichtigen Bestandteil des Geschäfts seines Unternehmens, insbesondere im Zusammenhang mit NISA. Solche Ausgaben bestehen häufig nicht nur aus dem eigentlichen Spiel. Sie verbinden eine aufwendig gestaltete Verpackung mit Sammlerstücken und weiteren Erinnerungsobjekten. Für den Publisher ist dieses Format daher mehr als eine zusätzliche Vertriebsmöglichkeit: Es gehört nach Saruhashis Darstellung auch zur Geschichte und Kultur des Unternehmens. Entsprechend wolle man weiterhin physische Sonderausgaben produzieren und die von den Kunden erwartete Qualität bieten.
Downloadcodes könnten als Ersatz dienen
Sollte Sony die Herstellung physischer Spiele tatsächlich beenden, müsste das Unternehmen laut Saruhashi möglicherweise auf Downloadcodes in physischen Verpackungen ausweichen. Die Box, ihre Gestaltung und die enthaltenen Sammlerobjekte könnten damit erhalten bleiben, während das Spiel selbst ausschließlich digital ausgeliefert würde. Ein solches Modell würde zumindest den materiellen Teil der Limited Editions bewahren, den Zugang zur Software jedoch vom Datenträger lösen.
Keine bestätigte Kursänderung
Saruhashi stellte zugleich klar, dass sein Unternehmen über keinen Wissensvorsprung gegenüber der Öffentlichkeit verfügt. Seine Äußerungen bestätigen deshalb keine Änderung von Sonys Strategie, sondern verweisen lediglich auf die weiterhin bestehende Unsicherheit. Vorausgegangen waren Berichte über einen möglichen Weg Sonys in eine rein digitale Zukunft. Gleichzeitig gibt es Angaben, wonach ein erheblicher Teil der Spielerschaft physische Medien weiterhin nutzt oder auf sie angewiesen ist.
TechPowerUp verweist außerdem auf Einwände der Video Game History Foundation gegen die Gleichsetzung physischer Datenträger mit tatsächlichem Eigentum an einem Spiel. Als Begründung wird die Abhängigkeit vieler Titel von Updates am Veröffentlichungstag genannt. Damit bleibt eine zentrale Frage offen: Eine greifbare Sammlerausgabe zu bewahren ist nicht zwangsläufig dasselbe wie einen langfristigen und vollständigen Zugang zu einem spielbaren Titel sicherzustellen.
KI-generierte redaktionelle Illustration; kein Dokumentarfoto.
Quelle: Long-Time PlayStation Publisher Says "The Discussion May Change" Around Physical Media