07.10.2026 · Signal Titans Editorial
Cloudflare startet Open Beta für plattformweites Request-Tracing
Cloudflare Traces erweitert die OpenTelemetry-Unterstützung auf Sicherheits-, Routing- und Cache-Regeln für durchgängige Observability von der Edge bis zum Ursprungsserver.

Cloudflare hat die Veröffentlichung der Open Beta von Cloudflare Traces bekannt gegeben. Damit wird die automatische Instrumentierung über Workers hinaus auf den gesamten Lebenszyklus von HTTP-Anfragen ausgeweitet. Laut Cloudflare bietet der Dienst umfassende End-to-End-Einblicke in die Plattformentscheidungen innerhalb des Edge-Netzwerks. Entwickler erhalten dabei eine einheitliche Ausführungszeitleiste, die Auswertungen von Sicherheitsregeln, dynamische URL-Transformationen, Cache-Treffer sowie -Fehlschläge und das finale Routing zum Ursprungsserver im Detail darstellt.
Verteiltes Tracing und OpenTelemetry-Export
Cloudflare Traces setzt vollständig auf standardisierte W3C-Traceparent-Header, um eine nahtlose Kontextweitergabe in komplexen, verteilten Cloud-Umgebungen zu gewährleisten. In dieser Architektur können sich eingehende Benutzeranfragen automatisch bestehenden Traces anschließen, sofern dies in den Richtlinien zur Kontextweitergabe konfiguriert ist. Ausgehende Backend-Anfragen leiten den Trace-Kontext wiederum zuverlässig an Ursprungsserver, externe Microservices und APIs von Drittanbietern weiter. Erfasste Telemetriedaten lassen sich direkt im Cloudflare-Dashboard analysieren oder über das standardisierte OpenTelemetry Protocol (OTLP) an externe Observability-Plattformen exportieren.
Damit Unternehmen das Telemetriedatenvolumen effizient verwalten und die Speicherkosten kontrollieren können, lassen sich auf Domain-Ebene Basis-Stichprobenraten definieren. Über Cloudflare-Trace-Regeln können Entwickler diese Standardeinstellungen zudem gezielt überschreiben. Mithilfe der vertrauten Syntax der Cloudflare-Regeln lassen sich so vollständige 100-Prozent-Traces für bestimmte Hostnamen, Client-IP-Adressen, spezielle Debug-Header oder geografische Ursprünge von Anfragen erfassen.
MCP-Server-Integration und kommende Funktionen
Um automatisierte Entwicklungsabläufe zu optimieren, hat Cloudflare außerdem einen Observability Model Context Protocol (MCP)-Server vorgestellt. Dieses Werkzeug stellt eine dedizierte SQL-API-Schnittstelle bereit. KI-Codierassistenten und KI-Agenten sowie automatisierte Tools können dadurch Produktions-Trace-Daten direkt abfragen, erfolgreiche und fehlerhafte Ausführungspfade vergleichen sowie komplexe Performance-Engpässe direkt neben dem Anwendungscode isolieren.
Cloudflare Traces steht Administratoren ab sofort über das Cloudflare-Dashboard, administrative APIs und Terraform-Provider zur Verfügung. Cloudflare bestätigte, dass die langfristige Preisgestaltung ab dem 1. Dezember 2026 an das einheitliche Observability-Framework angepasst wird, das auf dem Datenaufnahmevolumen und der Speicherdauer basiert. Zukünftige Erweiterungen sollen die Tracing-Abdeckung auf DDoS-Regeln an der Edge, Cloudflare Access und Workers Queues ausdehnen und eine Speicherdauer von bis zu 365 Tagen unterstützen.
KI-generierte redaktionelle Illustration; kein Dokumentarfoto.
Quelle: Introducing Cloudflare Traces: follow requests through our entire platform