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01.10.2026 · Signal Titans Editorial

Grundsatzurteil in Tokio: KI-Stimmklonen verletzt Persönlichkeitsrechte

Ein Gericht in Tokio stellt klar: Die menschliche Stimme ist durch das Recht am eigenen Bild und Wort geschützt. Ein wegweisendes Urteil gegen KI-Verletzungen.

Ein metallisches Mikrofon mit feinen blauen Schallwellen, die sich über einem dunklen Hintergrund ausbreiten

In einem Präzedenzfall zum Einsatz generativer KI für Stimmimitationen hat das Bezirksgericht Tokio entschieden, dass die menschliche Stimme unter den Schutz der Persönlichkeitsrechte fällt. Die vorsitzende Richterin Aya Takahashi betonte, dass die unautorisierte Nutzung der Stimme eines Darstellers diese Rechte verletzen kann, da die Stimme wie ein visuelles Porträt den kommerziellen Wert einer Person symbolisiere.

Synchronsprecher gegen KI-generierte Inhalte

Die Klage wurde von dem japanischen Synchronsprecher Kenjiro Tsuda eingereicht, der unter anderem für seine Rolle als Kento Nanami im Anime Jujutsu Kaisen bekannt ist. Tsuda ging gegen ein anonymes TikTok-Konto vor, das zwischen Juli 2024 und September 2025 insgesamt 188 Videos veröffentlicht hatte. Diese Videos kombinierten KI-generierte Erzählungen über urbane Legenden sowie okkulte Themen mit Bildern, die Tsudas Anime-Figur ähnelten, und erreichten über 200.000 Abonnenten. Berichten von Kyodo News zufolge soll der Account monatliche Einnahmen zwischen 75.000 und 500.000 Yen generiert haben.

Tsudas Anwälte argumentierten, dass die Videos gezielt seine prägnante Baritonstimme klonten, um Reichweite zu erzielen. Der TikTok-Betreiber ByteDance wies die Vorwürfe zurück und behauptete, es handele sich lediglich um eine generische Männerstimme, weshalb jegliche Ähnlichkeiten rein subjektiv seien.

Rechtliche Folgen und Plattform-Verfügungen

Das Gericht bestätigte zwar, dass Persönlichkeitsrechte greifen, wenn eine Stimme ausschließlich aufgrund ihres kommerziellen Werts genutzt wird, lehnte jedoch Tsudas Antrag ab, TikTok zur Löschung der Videos zu verpflichten. Die Richterin wies darauf hin, dass der Ersteller die Inhalte bereits kurz nach Einreichung der Klage im November selbst entfernt hatte.

TikTok erklärte, das Urteil zu respektieren und die Details genau zu prüfen, um den Schutz von Rechten mit dem technischen Fortschritt in Einklang zu bringen. Das Urteil gilt als wesentlicher Meilenstein für die japanische Unterhaltungsbranche, in der Synchronsprecher zunehmend besorgt über die Bedrohung ihrer Existenzgrundlage durch generative KI sind. Bereits 2024 starteten japanische Künstler die „No More“-Kampagne, um sich gegen die unbefugte kommerzielle Verwendung ihrer Stimmen und Porträts zu wehren.

KI-generierte redaktionelle Illustration; kein Dokumentarfoto.

Quelle: AI tool that copied actor’s ‘lustrous’ voice violated his rights, says Tokyo court