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06.10.2026 · Signal Titans Editorial

Ein klarer Hof auf der Nährbodenplatte: Alexander Fleming und die Suche nach unschädlichen Antibiotika

Wie Alexander Flemings Beobachtung eines zufälligen Schimmelpilzes auf einer Nährbodenplatte zur Entdeckung des ungiftigen Penizillins führte.

Redaktionelle Illustration einer Petrischale aus Glas mit seegrünem Nährgel, in der eine türkisblaue Schimmelpilzkolonie einen klaren Hof inmitten golden schimmernder Bakterienkolonien auf einem dunklen Teakholztisch erzeugt.

Im Jahr 1928 untersuchte Alexander Fleming auf einem Labortisch des St. Mary's Hospital in London eine Staphylokokken-Kulturplatte, die zufällig mit Schimmelpilz kontaminiert worden war. Geboren am 6. August 1881 nahe Darvel in der schottischen Grafschaft Ayrshire, besuchte Fleming die Loudoun Moor School, die Darvel School sowie die Kilmarnock Academy. Nach seinem Umzug nach London arbeitete er zunächst vier Jahre lang in einem Schifffahrtskontor, bevor er sich an der St. Mary's Medical School einschrieb, wo er sein Studium 1906 mit Auszeichnung abschloss.

Von Ayrshire in das Labor von St. Mary's

Fleming begann seine Forschungskarriere unter Sir Almroth Wright, einem Pionier der Impfstofftherapie. Vor seinem Medizinstudium hatte Fleming von 1900 bis 1914 als Gefreiter im London Scottish Regiment gedient. Er erwarb 1908 seinen M.B., B.S.-Abschluss mit einer Goldmedaille und wurde Dozent am St. Mary's. Während des Ersten Weltkriegs diente er von 1914 bis 1918 als Hauptmann im Army Medical Corps, wo er bei der Erforschung von Wundinfektionen auf dem Schlachtfeld namentlich im Heeresbericht erwähnt wurde.

Die Suche nach sicheren antibakteriellen Mitteln

Nach seiner Demobilisierung im Jahr 1918 kehrte Fleming an das St. Mary's zurück, und zwar mit einem konkreten Forschungsziel: Er wollte antibakterielle Substanzen entdecken, die für tierisches Gewebe ungiftig waren. Im Jahr 1921 identifizierte er Lysozym, eine natürlich vorkommende bakteriolytische Substanz in menschlichen Geweben und Sekreten. Um die Wirksamkeit potenzieller therapeutischer Wirkstoffe zu messen, entwickelte Fleming Methoden zur Empfindlichkeitstitration sowie biologische Tests in menschlichem Blut und Körperflüssigkeiten. Diese präzisen Titrationsverfahren wurden später angepasst, um die antibakterielle Wirkstärke von Penicillin zu bestimmen.

Ein zufälliger Schimmelpilz und Penicillin

Während er 1928 am Influenzavirus arbeitete, bemerkte Fleming, dass sich auf einer ungewaschenen Staphylokokken-Kulturplatte ein zufälliger Schimmelpilz gebildet hatte. Die Schimmelpilzkolonie erzeugte einen deutlichen bakterienfreien Hof um sich herum und löste die angrenzenden Staphylokokken auf. Fleming isolierte den Schimmelpilz und testete dessen flüssige Kultur; dabei stellte er fest, dass sie das Wachstum von Staphylokokken selbst bei 800-facher Verdünnung verhinderte. Da er die Unbedenklichkeit der Substanz für tierisches Gewebe erkannte, nannte er den Wirkstoff Penicillin und veröffentlichte seine Ergebnisse in wissenschaftlichen Fachzeitschriften.

Ehrungen, akademische Ämter und die letzten Jahre

Im Jahr 1928 wurde Fleming zum Professor für Bakteriologie am St. Mary's ernannt. Seine Forschung brachte ihm breite internationale Anerkennung ein: 1943 wurde er zum Fellow der Royal Society gewählt, 1944 zum Ritter geschlagen und 1948 zum Emeritus-Professor für Bakteriologie an der Universität London ernannt. Von 1951 bis 1954 amtierte er zudem als Rektor der Universität Edinburgh.

Fleming starb am 11. März 1955 und wurde in der St. Paul's Cathedral beigesetzt. Seine Arbeit zeigte eindrucksvoll, wie die genaue Beobachtung von Laboranomalien ungiftige antibakterielle Therapien für die Menschheit hervorbringen kann, und bewies, dass die akribische Aufmerksamkeit gegenüber unerwarteten Kulturergebnissen neue Wege für die Medizinwissenschaft eröffnen kann.

KI-generierte redaktionelle Illustration; kein Dokumentarfoto.

Quelle: Nobel Prize Sir Alexander Fleming