☰ Menu

30.09.2026 · Signal Titans Editorial

Unternehmenssicherheit verlagert Fokus auf Identitätsmanagement für KI-Agenten

Unternehmen stehen vor einer Schwemme nicht-menschlicher KI-Agenten, was die Sicherheits-Prioritäten hin zu zentralem Identitätsmanagement verschiebt.

Eine minimalistische redaktionelle Illustration einer leuchtenden digitalen Identitätskarte über einem dunklen Sockel.

Die rasche Verbreitung von Agenten der künstlichen Intelligenz in Unternehmensumgebungen zwingt dazu, das Identitätsmanagement als zentrales Fundament der IT-Sicherheit zu etablieren. Branchenberichten zufolge übersteigen maschinelle Konten und autonome Agenten die Zahl menschlicher Zugangsdaten mittlerweile bei Weitem. Dies führt zu erheblichen Lücken bei der Transparenz und Autorisierung für Sicherheitsteams.

Der Vormarsch nicht-menschlicher Identitäten

Daten aus dem Bericht „2026 Identity Security Landscape“ von Palo Alto Networks Inc. belegen, dass Unternehmen im Durchschnitt 109 maschinelle Identitäten pro menschlicher Identität verwalten. Zudem wird für die Identitäten von KI-Agenten in Unternehmen über die nächsten 12 Monate ein Wachstum von 85 % prognostiziert. Die Studie verdeutlicht auch, dass mehr als die Hälfte der befragten Organisationen Schwierigkeiten hat, Zugriffsrechte für Dienstkonten nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe („Least Privilege“) über SaaS-, Cloud- und On-Premises-Umgebungen hinweg durchzusetzen.

Untersuchungen von SailPoint Technologies Inc. zeigen, dass derzeit 97 % der KI-Agenten Zugriff auf vertrauliche Unternehmensdaten besitzen. Allerdings geben nur 21 % der Organisationen an, großes Vertrauen in ihre Fähigkeit zu haben, die mit diesen Agenten verbundenen Sicherheitsrisiken effektiv zu steuern.

Betriebsrisiken autonomer Agenten

Autonome Agenten bringen im Vergleich zu menschlichen Benutzern ganz spezifische Sicherheitsrisiken mit sich. Da sie mit Maschinengeschwindigkeit agieren, können falsch konfigurierte Berechtigungen tausendfach pro Stunde ausgenutzt werden. Darüber hinaus häufen Agenten häufig übermäßige Zugriffsrechte an, indem sie Sub-Agenten erstellen oder Anmeldedaten über verschiedene Aufgaben hinweg vererben, was die Nachverfolgbarkeit erschwert.

Die mangelnde Sichtbarkeit bleibt ein zentrales Hindernis. Erkenntnisse von ZK Research zeigen, dass knapp die Hälfte aller KI-Aktivitäten auf mobilen Geräten außerhalb der direkten IT-Überwachung stattfindet. Im Rahmen einer Proof-of-Concept-Teststellung bei einem Fortune-500-Unternehmen identifizierte SailPoint kürzlich mehr als 10.000 zuvor unüberwachte KI-Agenten, die im Netzwerk aktiv waren.

Konzepte für die Agenten-Governance

Um das Problem unüberwachter nicht-menschlicher Identitäten anzugehen, kombinieren Anbieter Werkzeuge zur Laufzeit-Eindämmung mit zentralen Identitätssystemen. SailPoint hat dazu das Modul „Agentic Fabric“ vorgestellt, das im August auf der Atlas-Plattform allgemein verfügbar wurde. Das System ordnet KI-Agenten bestimmten menschlichen Verantwortlichen zu, integriert Endpunkt- sowie Browser-Sensoren, unterstützt Server des Model Context Protocols und bietet Echtzeit-Schwärzung von Daten sowie einen zentralen Not-Aus-Schalter („Kill Switch“), um Zugriffsrechte kompromittierter Agenten umgehend zu entziehen.

KI-generierte redaktionelle Illustration; kein Dokumentarfoto.

Quelle: In the AI era, identity evolves into the control plane for trust